Influencer Events in 2021 möglich

„Großveranstaltungen bis 31. August untersagt“. So der Wortlaut vieler Schlagzeilen im April 2020.

Damit verbunden ist eine Hiobsbotschaft für die sechstgrößte deutsche Wirtschaftsbranche: die Veranstaltungsbranche.

Etwa jedes zehnte Unternehmen erleidet durch die Corona-Krise schlechte Bonitäts-Werte,  vor allem die Event-Branche, mit rund 1,5 Millionen Mitarbeitern in Deutschland, ist stark von Umsatzeinbußen betroffen.

Schon vor der offiziellen Bekanntgabe des Lockdowns durch die Bundesregierung, aber vor allem in Folge dessen, wurden viele Großevents, wie zum Beispiel das Coachella Festival in Kalifornien oder das OMR Festival im Mai 2020 in Hamburg, abgesagt. Auch aktuell scheint keine Besserung in Sicht - man beobachtet weiterhin große Unsicherheiten und kurzfristige Absagen von Veranstaltungen, was vor allem Folgen der sich stetig verändernden Infektionszahlen und Maßnahmen der Bundesregierung sind.

Lösungen für Event-Absagen

Viele Marken, die Influencer-Events als Teil ihrer Marketingstrategie für 2020 eingeplant hatten, mussten umplanen oder ihre Events absagen. Im Laufe des Jahres sind dabei verschiedene Influencer-Event-Modelle entstanden, die nicht nur eine Durchführung sicherstellen, sondern auch Earned Content hervorbringen können. Als Earned Content bezeichnet man den Content, für den Influencer monetär nicht extra vergütet werden. Auf Events kann dieser unter anderem durch eine Vielzahl an Aktivitäten, generiert werden.

Sollte 2021 eine On-Site-Durchführung möglich sein, gilt es primär Entscheidungen zu Hygienemaßnahmen zu treffen und die Einhaltung der Abstandsregelungen sicherzustellen.

So steht das Wohl aller im Kerninteresse der Brand und ein möglicher Shitstorm kann vermieden werden.

Wenn trotz allem eine Event-Teilnahme der Influencer nicht möglich ist, kommt das Event kurzerhand zu den Influencern und geplante Aktivitäten werden innerhalb des Event-Zeitraums möglichst originalgetreu adaptiert. Mit den richtigen Mitteln lässt sich nämlich trotzdem auf unterschiedliche Weisen ein Markenerlebnis schaffen, ohne Einbußen bei den Kampagnenzielen hinnehmen zu müssen und darüber hinaus sogar zusätzlich Content generieren.

Onsite, Remote oder Mischform? Was lohnt sich?

In jedem Fall  sollten von Anfang an sämtliche Szenarien konzeptionell mitgedacht werden, um je nach Intensität des Ausfalls unmittelbar agieren zu können.

Wichtig ist, sich verändernde Umstände immer im Blick zu haben und mit ihnen zu planen, da die Corona-Auflagen sich auf internationaler, aber auch nationaler Ebene täglich ändern können. Handelt es sich beispielsweise um ein Event mit internationalem Ansatz, müssen die unterschiedlichen Gegebenheiten je Markt beobachtet werden, um Entscheidungen auf dieser Basis treffen zu können.

Die verschiedenen Möglichkeiten im Überblick:

1) Remote und On-Site Lösung

Sollte eine On-Site Teilnahme teilweise möglich sein, gilt es frühzeitig bestimmte Vorkehrungen zu treffen, um einen reibungslosen Ablauf sicherstellen zu können. Eine rechtzeitige Anreise, das Vorweisen negativer Corona-Tests vor Ab- und bei Anreise zum, sowie unmittelbar vor dem Event und das Ersetzen von Event-Bestandteilen, die nicht zwangsläufig erforderlich sind, sorgen dafür, dass alle Parteien sicher sind und sich sicher fühlen.

Die Influencer, die trotz aller Vorkehrungen nicht am Event teilnehmen möchten oder können, werden virtuell via Zoom oder einer vergleichbaren Videokommunikation zugeschaltet und mit Material versorgt, das vor Ort und im groben Eventrahmen von einem professionellem Videoteam produziert wird.

Um trotz räumlicher Distanz Nähe zu schaffen, können Offline-Goodies integriert werden, die entsprechend der ursprünglich geplanten Aktivitäten zusammengestellt und im Vorfeld an nicht teilnehmende Influencer verschickt werden. Grundsätzlich gilt: Je individueller die Goodie Box auf den jeweiligen Influencer und seine Vorlieben abgestimmt ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass auch hier Earned Content und eine Nähe zum Event trotz räumlicher Entfernung entsteht.

2) On-Site Vorab-Produktion

Sofern die Umstände es ermöglichen, ist es immer ratsam, Content mit einem professionellen Foto- und / oder Videografen vorzuproduzieren. Wenn die Situation es zulässt, können auch ausgewählte Influencer an der Vorab-Produktion teilnehmen.

Dank des vorproduzierten Materials haben alle Influencer die Möglichkeit, sich mit der Marke oder dem entsprechenden Produkt auseinanderzusetzen und individuellen Content zu kreieren, indem sie eben jenes Material mit eigenem kombinieren. Dadurch entsteht ein authentisches Storytelling, welches von der Community positiv wahrgenommen wird und die Chance auf Earned Content steigt, da der Aufwand sich vergleichsweise verringert. Ein weiterer Vorteil bei der Vorab-Produktion ist vor allem, dass das Material in einem authentischen Markenumfeld produziert werden kann, da das Event-Setup zu Teilen weiterhin bestehen kann.

3) Reine Remote Lösung

Sollte eine On-Site Teilnahme nicht möglich sein, kann auf ein Remote-Konzept umgestiegen werden. So lassen dich die meisten Offline-Aktivitäten, ins Digitale übersetzen: Ein geplantes Dinner kann beispielsweise durch ein Live-Cooking-Event ersetzt werden. Damit werden gemeinschaftliche Erlebnisse geschaffen; sowohl für die Influencer, als auch deren Communities. Zudem lässt sich die Intensität der Interaktion, dank spannender Formate, wie z.B. Instagram Q&A Live Sessions, noch weiter erhöhen.

Doch auch Konzerte oder Produktlaunches können komplett als Livestream übertragen werden und Influencer im Rahmen dessen auftreten oder diesen aktivieren. 

Ausblick 2021

All diese Empfehlungen zeigen: Wo ein Risiko ist, ist meist auch eine Chance nicht weit. Die monatelange Planung muss nicht umsonst gewesen sein. Die neue Situation kommt mit vielen zuvor beschriebenen Herausforderungen. Es gilt seine Event-Konzepte entsprechend anzupassen und Arbeitsprozesse zu optimieren. Vor allem der operative Teil der Kampagne bedarf einem viel stärkeren Austausch zwischen allen Parteien. Entscheidend ist in dieser Situation ein regelmäßiges Update der Influencer sowie ein ausführliches Briefing, um bei komplexen Kampagnen einen reibungslosen Verlauf sicherzustellen.

Wichtig ist an dieser Stelle nochmal hervorzuheben, dass durch den Einsatz der richtigen Tools auch die Community weiterhin ein Teil der neue Event-Modelle sein kann. Mit entsprechender Pre-Communication und verstärkter Nutzung von interaktiven Elementen, wie zum Beispiel Instagram Story-Umfragen, kann die Community direkt Teil des Markenerlebnis’ sein, sodass die Brand oder das Produkt implizit in der Wahrnehmung steigt. Auch die Verlosung von Goodie Boxen mit entsprechenden Produkten kann hierzu positiv beitragen.

Auf diese Weise fungieren die Influencer weiterhin als authentische, vertrauensvolle Markenbotschafter und Events können auch in 2021 unter frühzeitiger Bereitstellung von Alternativlösungen und in regelmäßigem, transparentem Austausch mit dem Kunden, geplant werden.